Leben mit Bodenhaftung

Edward Abbey: "... der beste derzeit in den USA schreibende Essayist."

Mit diesem Band wird den deutschen Lesern eine Sammlung ausgewählter Aufsätze von Wendell Berry vorgestellt, der es mit seinem klaren Stil wie kein anderer versteht, das Thema Mensch und Natur als Problem konkreten Wirtschaftens und Handelns zu fassen. Der Schwerpunkt der 14 Essays (und 2 Gedichte) liegt auf praktischen landwirtschaftlichen Fragen, aber wie immer bei Wendell Berry sind diese eingebettet in grundsätzliche Überlegungen: zum Verhältnis von Naturschutz und Naturnutzung, zur Bedeutung lokaler Gemeinschaften und ihrer Kultur, zur Verantwortung des einzelnen usw.
Was seinen Worten Gewicht verleiht, ist die Tatsache, dass sie nicht nur aus einer gedachten, sondern aus einer gelebten Erkenntnis kommen: dass der Autor als Dichter und Farmer die Widersprüche und Spannungen eines erdnahen Lebens selbst austrägt.

"Es sind Bücher, mit denen man Monate zubringt, die man nur widerwillig weglegt und zu denen man bald und häufig zurückkehren gedenkt. Es gibt viel an ihnen, worüber man sich freuen kann, die verhaltene und gediegene Eleganz ihres Stils ebenso wie die Breite und Tiefe ihres Inhalts ... Und hier spricht ein Mensch mit ruhiger und klarer Stimme aus der Nachbarschaft zur Erde."
Washington Post Book World

Wendell Berry
Leben mit Bodenhaftung
Essays zur landwirtschaftlichen Kultur und Unkultur

Herausgegeben und übersetzt von Hans-Ulrich Möhring

Softcover, 208 Seiten
ISBN 3-930317-06-0


derzeit leider vergriffen

Anzahl:   St  



R E Z E N S I O N E N 

Buchbesprechung Ökologie und Landbau 2/2001:

Wie vielschichtig verwoben ist das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur, wie prägt die Landschaft den Menschen, wie drückt der Mensch der Landschaft seine Ideen auf, wie formen und wandeln sich menschliche Gemeinschaften ?... Dies alles bewegt und beobachtet Berry warmherzig, tiefsinnig und dabei doch zeitkritisch. Damit kommt er auf den Gedanken der Erneuerung der ländlichen Gemeinschaften durch eigenes Wollen und Tun, nicht fremdgesteuert von außen. Ausführlich schildert Berry seine und die Arbeit von Kollegen, die zeigt, wie fruchtbar und auf längere Sicht ökonomisch es ist, mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie zu kämpfen und dass diese Arbeit auch noch Spaß macht! Ein sehr lesenswertes und eindrucksvoll geschriebenes Buch.

Grünstift 6/2000:

Wendell Berry erzählt Episoden und Erfahrungen aus seinem Leben, schildert einfühlsam die Lebensart von Menschen, die eigene Wege gehen, sinniert tiefgründig, aber verständlich über ökologische und soziologische Probleme unserer modernen Welt. Wie der Untertitel andeutet, spricht er in erster Linie von landwirtschaftlichen Betrieben und Farmern, die mit dem Land und den Nutztieren leben, die sie bewirtschaften. Die sich der Grenzen des eigenen Schaffens und ihres Einwirkens auf die Natur bewusst sind.
Wendells Essays sind eine spannende und gleichzeitig sinnliche Lektüre. Und sie sind in ihrer sprachlichen Eleganz und Geläufigkeit eine entspannende Lektüre sogar für solche Leser, die keine Lust auf alternative Belehrungen haben.
M. Wagner

BUNDmagazin 2/2000

Sehnsucht nach dem Leben

Mit diesem Band wird deutschen Lesern erstmals ein Sammlung ausgewählter Aufsätze von Wendell Berry vorgestellt, eines in den USA bekannten Dichters, Essayisten und Bauern. Der Schwerpunkt der 14 Essays liegt auf praktischen landwirtschaftlichen Fragen. Aber sie sind eingebettet in Überlegungen zum Verhältnis von Naturschutz zu Naturnutzung, zur Bedeutung lokaler Gemeinschaften und ihrer Kultur und zur Verantwortung des Einzelnen. Wer immer ein Herz für das Landleben hat, wird seine Erfahrungen und Sehnsüchte hier wiederfinden. Der Buchtitel „Leben mit Bodenhaftung“ trifft den Inhalt.
Aber da ist noch mehr, wenn der Autor sich von den Beschwörern globaler Probleme abwendet und sagt: „Die Frage, die angegangen werden muß, lautet...nicht, wie man für die Erde im Ganzen sorgt, sondern wie man für jede der Millionen von menschlichen und natürlichen Lebensgemeinschaften auf der Erde sorgt, für jedes ihrer Millionen von kleinen Stückchen Land, von denen sich jedes auf unverwechselbare Weise von allen anderen unterscheidet. Unser verständlicher Wunsch, die Erde zu erhalten, muß irgendwie auf das Maß unserer Zuständigkeit reduziert werden - das heißt auf den Wunsch, ihre sämtlichen bescheidenen Haushalte und Lebensgemeinschaften zu erhalten. Wie kann diese Reduzierung geschehen?“ Die Antworten Berrys sind immer konkret.





„... der beste derzeit in den USA schreibende Essayist.“
Edward Abbey

Washington Post, Book World

”Es sind Bücher, mit denen man Monate zubringt, die man nur widerwillig weglegt und zu denen man bald und häufig zurückkehren gedenkt. Es gibt viel an ihnen, worüber man sich freuen kann, die verhaltene und gediegene Eleganz ihres Stils ebenso wie die Breite und Tiefe ihres Inhalts.
... Und hier spricht ein Mensch mit ruhiger und klarer Stimme aus der Nachbarschaft der Erde.“


Wendell Berry

A U T O R E N P O R T R Ä T 

1934 im ländlichen Kentucky geboren und dort aufgewachsen, zog es Wendell Berry als frisch vermählten jungen Akademiker und angehenden Schriftsteller Mitte zwanzig zunächst nach Kalifornien an die Stanford University, dann als Guggenheim-Stipendiaten nach Europa und schließlich an die New York University, wo er, wie schon in Stanford, Anglistik unterrichtete. 1960 erschien sein erster Roman, 1964 seine ersten beiden Gedichtbände. Im selben Jahr ging er mit einem Lehrauftrag an der University of Kentucky in seine Heimat zurück, im Jahr darauf kaufte er mit seiner Familie eine kleine Farm bei Port Royal, wo er nebenher ein wenig Hobbylandwirtschaft betreiben wollte.
Was dann geschah, nennt Wendell Berry „das wesentliche Ereignis meines Lebens“: als ob das Land selbst ihn forderte, wurde er – „fast ohne mein Zutun und durch eine Art Notwendigkeit“ – Farmer. Sein „Gegenstand“ als Schriftsteller waren zwar von Anfang an „die paar Quadratmeilen in Henry County, wo ich aufgewachsen bin“; aus ihnen schöpfte und schöpft er den Stoff für seine Gedichte, Romane, Geschichten und Essays, mit denen er sein Leben immer neu zu begründen sucht. Aber: „Indem ich heimkehrte und mich an diesem Ort niederließ, fing ich an, in meinem Gegenstand zu leben und dabei zu lernen, dass es keineswegs dasselbe ist, in seinem Gegenstand zu leben und einen Gegenstand zu „haben“... Die Vereinfachungen der Abständigkeit und der bloßen Betrachtung werden so aufgehoben ... Es ist, wie wenn du deine Liebste heiratest.“
Seit dieser „Heirat“ hat Wendell Berry neben seiner Farmarbeit und seiner akademischen Lehrtätigkeit eine bemerkenswerte schriftstellerische Produktivität entfaltet.


Impressum    AGB    Datenschutz    Hilfe